Tourenbeschreibung

Anfahrt:
Lienz - Oberdrauburg - Kötschach/Mauthen - Plöckenpass

Ausgangspunkt:
Plöckenpass (1357m)

Aufstieg:
Die Bergtour startet direkt am Plöckenpass (1357m), wo es zahlreiche Parkmöglichkeiten gibt. Am südlichen Ende des Parkplatzes weist uns eine Wegweiser den Aufstieg Richtung "Rifugio Marinelli, dt. Marinellihütte" und man folgt zunächst einem schmalen Weg rechts der Talkerbe ins westwärts höher führende Tälchen. Bald in einen Steig übergehend, geht es durch Mischwald und später durch Strauchwerk hinauf in einen kleinen Wiesenboden, wo man den Abzweig Cellon passiert. Weiterhin den Markierungen Nr. 146 folgend, wendet sich der Steig links über das Bächlein und einem mit hüfthohen Gras bewachsenen Hang hoch zu einer Anhöhe hinauf. Nun recht flach, teilweise auch durch schrofigeres Gelände, am Abzweig Kollinkofel vorbei, bis zu den markanten Schrofenabbrüchen. Dort muss man durch ein mit Drahtseil und Steigbügeln gesichertes Felsenloch absteigen, ehe man am Fuße der hohen Felswände entlang und dann nochmals einige Höhenmeter bergab steigt (insgesamter Höhenverlust ca. 70 Meter). Nun entlang des Steiges wieder flach, dann angenehm ansteigend auf den Cima Plotta (2017m) zu, bis man kurz vor diesem, links haltend durch einen kleinen Sattel, den geschotterten Fahrweg Nr. 148 erreicht. Dieser führt uns zunächst angenehm ansteigend, am Schluss recht steil, hoch zur bereits weithin sichtbaren Rifugio Marinelli (2111m). Hinter der Hütte folgt man nun dem Steig Nr. 143, der sich zunächst über sanfte Graskuppen hoch zum Pic Chiadin (2302m) windet. Nun entlang einer markanten Grasschneide wieder leicht abwärts, später in leichter Kletterei Kalkrippen querend, bis man schließlich das Geröllkar am Fuße der Südflanke der Hohen Warte erreicht. Nun wird es nochmals richtig anstrengend! Denn nur sehr mühsam kommt man im losen Geröll höher, bis es über Felsbänke und -absätze links halten weiter geht. In einer günstigen Zickzack-Folge von ansteigenden Geröllbändern gelangt man in eine weitere Schuttrinne, die sich zwischen Hauptgipfel (links) und Mittelgipfel (rechts) herabzieht. Über diese weiterhin sehr anstrengend höher, bis man endlich die steil ansteigenden Felsstufen erreicht. Über sie links haltend, am Beginn in leichter Kletterei (I), in Kehren höher hoch zum obersten Westgrat. Unterhalb der Schneide nun rechts zum flachen Gipfelgrat, wo sich das Gipfelkreuz mit der obligatorischen Glocke befindet. Der allerhöchste Punkt (2780m) folgt wenig weiter östlich.

Abstieg:
Vom Gipfel Hohe Warte (2780m) denselben Weg zurück bis zum Beginn des Geröllkars. Nun entweder über die Grasschneide zurück zum Pic Chiadin (2302m), oder direkt weiter hinunter in die Wiesenhänge absteigen. Dort stößt man auf den Steig Nr. 145, der uns in südöstlicher Richtung unterhalb des Pic Chiadin zurück zur Marinellihütte (2111m) führt. Von dort über den bekannten Weg zurück zum Cima Plotta. Hier folgen wir nun weiterhin dem geschotterten Fahrweg Nr. 148 abwärts ins Kerbtal des Rio di Collina, an der Casera Plotta und Casera Val di Collina vorbei. Der Fahrweg zieht danach mit einer weit nördlich ausholenden Kehre in bewaldetes Gebiet hinein, ehe man auf Höhe 1300m diesen in einer Kurve gerade aus verlässt (Wegtafel). Nun führt uns der Steig Nr. 148 zunächst einen steilen Waldhang nordostwärts hinein, später nordwärts recht steil entlang der Schrofenabbrüche wieder 100 Höhenmeter hoch bis zur Almhütte Casera Collinetta di sotto. Von hier flach über eine Lichtung zurück zum nahen Ausgangsort Plöckenpass (1357m).

Stützpunkte unterwegs:
Marinellihütte (2111m)

Ausrüstung
Bergwanderausrüstung mit festem Schuhwerk, Teleskop-/Wanderstöcke

Zusammenfassung:
Mit der Hohen Warte besteigt man den höchsten Gipfel der Karnischen Alpen und der Region Friauls. Er liegt direkt an der Staatsgrenze von Österreich und Italien. Den Gipfel kann man entweder nordseitig über den "Koban-Prunner Weg" und den sogenannten "26iger-Steig" (einer der schwierigsten Klettersteige in den Karnischen Alpen) oder wie hier beschrieben südseitig besteigen. Der südseitige Aufstieg ist zwar technisch recht einfach, doch wird einem spätestens ab Beginn des Geröllkars am Fuße der Südflanke konditionell noch einiges abverlangt. Oft kommt man im Geröll nur sehr mühsam voran und oft folgen einem Schritt vorwärts zwei Schritte zurück. Der Wegverlauf entlang der Markierungen verspricht hier jedenfalls den besten Halt. Insgesamt etwa 400 Höhenmeter zähe Knochenschinderei. Nicht nur deshalb ist bei dieser Bergtour ein sehr früher Aufbruch anzuraten. Denn die gesamte Tour verläuft südseitig und man ist somit ständig der Sonne ausgesetzt. Daher sollte man auch mehr zum Trinken mitnehmen, als man es vielleicht gewohnt ist. Mit über 20 Kilometer Streckenlänge und 1700 Höhenmeter im Aufstieg ist jedenfalls eine sehr gute Kondition vorausgesetzt! Für all die Mühen und Strapazen wird man am Gipfel mit einem herrlichen Bergpanorama belohnt. Bei klarer Sicht reicht der Blick im Süden von den Karawanken, gefolgt von den Julischen Alpen mit dem Triglav, den südlichen Karnischen Alpen, bis hinaus zum Adriatischen Meer und den östlichen Dolomitengestalten. Im Norden reicht der Blick bis hin zum Alpenhauptkamm und umfasst u.a. die Venedigergruppe, Glocknergruppe, Goldberggruppe (Hocharn, Hoher Sonnblick, Schareck) bis Ankogelgruppe.

Wer war dabei:
Stefan Mariacher, Dietmar Ortner

profilbild

Autor:

Dietmar Ortner

Fragen zur Tour

Tourenbilder vom 17.07.2015

Tourenkarte

Rot = Aufstieg - Blau = Abstieg

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