Tourencharakteristik
Die Besteigung der Goldbergspitze (3073m), der Namensgeberin der Goldberggruppe, stellt eine anspruchsvolle und eindrucksvolle hochalpine Bergtour aus dem Großen Zirknitztal dar. Bereits der Ausgangspunkt im Großen Zirknitztal verspricht ruhige, abseits der großen Massen gelegene Naturerlebnisse. Der Weg führt zunächst sanft und schattig vorbei an einer urigen Hütte im Tal und steigt dann über alpine Matten in Richtung der Plattenlacke und des verfallenen Parziseltal Knappenhauses an. Ab hier wandelt sich der Charakter der Tour grundlegend: Aus einem gemütlichen Alpinweg wird eine wilde, weglos wirkende Hochgebirgsunternehmung über grobes, teils instabiles Blockwerk und steile Geröllhalden. Schlüsselstellen der Tour bilden die Wegfindung durch die unübersichtlichen Blockfelder oberhalb des Parziseltal Knappenhauses, der steile Anstieg zum Oberen Brettschartl sowie die abschließende Kletterei über den Südgrat (I. Schwierigkeitsgrad nach UIAA). Am Gipfel belohnt ein imposantes 360°-Panorama: Im Norden erstrecken sich der Hohe Sonnblick samt Zittelhaus und der Hocharn, nach Westen blickt man direkt zur gewaltigen Pyramide des Großglockners, während nach Süden und Osten weitere Gipfel der Hohen Tauern das Panorama prägen. Konditionell fordert die Tour mit gut 1350 Höhenmetern eine ausgeprägte Ausdauer; technisch verlangt sie absolute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpines Orientierungsvermögen. Die Verwendung eines GPS-Gerätes ist im oberen Bereich jedenfalls von Vorteil! Nachfüllmöglichkeiten der Trinkflaschen bieten sich im ersten Drittel dieser Tour. Zusammenfassend handelt es sich bei der Goldbergspitze keineswegs um einen einfachen Wanderdreitausender, sondern um ein schönes, aber forderndes Abenteuer für erfahrene Bergsteiger, die alpine Einsamkeit zu schätzen wissen.
Schwierigkeiten und Anforderungen im Überblick
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Orientierung: Im oberen Teil ab dem Knappenhaus oft weglos und unübersichtlich; gutes Orientierungsvermögen und Ausgucken von Steinmännern erforderlich. |
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Gefahrenstellen: Absturzgefahr am Südgrat sowie erhöhte Steinschlag- und Ausrutschgefahr auf den steilen und losen Geröll- und Blockhalden. |
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Wetter / Bedingungen: Bei Nässe, Altschnee oder Nebel stark erhöhtes Sicherheitsrisiko; die Tour sollte nur bei stabilen, trockenen Verhältnissen begangen werden. |
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Kondition: Gute Ausdauer erforderlich, da über 1300 Höhenmeter im weglosen und kräftezehrenden Blockgelände zu bewältigen sind. |
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Technik: Gute Trittsicherheit und Erfahrung in leichter Blockkletterei (I. UIAA-Grad) am Südgrat sowie in losem Geröll notwendig. |
Tourenbeschreibung
Anfahrt:
Lienz - Iselsberg - Winklern - Döllach - Großes Zirknitztal
Ausgangspunkt:
Parkplatz Großes Zirknitztal (1715m)
Aufstieg:
Vom Parkplatz Großes Zirknitztal (1715m) folgt man dem Wegweiser „Sonnblick“ zunächst über einen asphaltierten Weg in nördlicher Richtung, ehe man wenig später über ein Waldweglein leicht ansteigend tiefer in das romantische Tal hineinwandert. Allmählich steilt das Gelände an und bringt uns nun der rot-weiß-rot markierte Steig durch lichten Zirbenwald und sanfte Almböden in Serpentinen weiter hoch. An einer Hütte (2300m) vorbei, betritt man schließlich das Hochplateau um die malerische Plattenlacke (2541m).
Von der Plattenlacke wandert man weiter in nördlicher Richtung, bis man beim Wegweiser Parziseltal Knappenhaus (verfallen) (2580m) eintrifft. Achtung: Hier nun links (!) haltend, den Markierungen und Steinmännchen folgen. Ab hier verblasst der gewohnte Pfad zunehmend und verlangt das Gelände nun erhöhte Aufmerksamkeit und sehr gute Orientierung bzw. Gespür für die Wegfindung im Gelände! Die Route führt nach Nord-Nordost über weitläufige, extrem grobblockige Schutt- und Geröllhänge. Man orientiert sich an vereinzelt gesetzten Steinmännern und verblassten Markierungen. Der Anstieg zieht weiter nach Nordosten steil hinauf in Richtung der Scharte Oberes Brettschartl (ca. 2900m).
Auf ca. 2960m betritt man den felsigen Südgrat. Die Routenführung verläuft hier direkt am Gratverlauf oder leicht westlich ausweichend. Achtung: Ausgesetzte Passagen und leichte Blockkletterei (I. UIAA) erfordern Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Über mehrere steile Blöcke erklimmt man schließlich den Gipfel Goldbergspitze (3073m).
Abstieg:
Variante 1: Wie Aufstieg.
Variante 2: Über den bekannten Südgrat bergab und weiter immer direkt in südlicher Richtung, bis man auf ca. 2730m auf den Steig zum Sonnblick führend trifft. Diesem nun wieder gut markierten Steig in südwestlicher Richtung bis zum bekannten Wegweiser Parziseltal Knappenhaus (2580m) folgen. Von dort über den bekannten Weg zurück zum Ausgangspunkt (1715m).
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