Notfall Lawinenabgang – Was es im Ernstfall zu beachten gilt

Wer sich außerhalb des gesicherten Skipisten aufhält, muss sich unweigerlich mit dem Thema Lawinen beschäftigen. Primär gilt es den Notfall zu vermeiden und sich im freien Skiraum richtig zu verhalten. Was aber tun, wenn der Ernstfall eintritt?

Wenn sich erstmal das Schneebrett oder die Lawine gelöst hat, sollte man sofort seinen Lawinenairbag aktivieren. Außerdem sollte man versuchen, durch eine Fluchtfahrt den Gefahrenbereich seitlich verlassen zu können. Droht die Gefahr einer Verschüttung, gilt es sich von den Stöcken und Skiern zu befreien. Denn diese können wie ein schwerer Anker wirken, und einen in die Tiefe ziehen. Schwimmbewegungen helfen auch, um an der Oberfläche zu bleiben. Wenn die Lawine langsam zum Stillstand kommt, sollte man seine Hände vor das Gesicht bringen, um so eine Atemhöhle zu bilden. Diese ist für das Überleben ausschlaggebend, ansonsten droht das Ersticken im verdichteten Schnee.


So viel zur Theorie

Im Ernstfall wird es den Wenigsten gelingen, sich an all diese Verhaltensregeln zu halten. Zu schnell geht alles und zu groß ist die Wucht der Lawine. Rund die Hälfte aller Lawinentoten erliegt im Übrigen mechanischen Verletzungen, wie etwa durch Bäume oder Steine. Hat man den Lawinenabgang überlebt, gilt es Ruhe zu bewahren und möglichst wenig Sauerstoff zu verbrauchen. Jetzt ist man auf die Hilfe der Begleiter bzw. der Rettungskräfte angewiesen, denn selbst ist eine Befreiung aus dieser Lage zumeist nicht mehr möglich. Die meisten Lawinenverschütteten befinden sich in einer Tiefe von einem bis eineinhalb Metern.


Jetzt muss alles schnell gehen

Wurden Personen verschüttet gilt es zunächst Ruhe und einen kühlen Kopf zu bewahren, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Trotzdem muss nun rasch gehandelt werden, denn die Statistik zeigt, dass in der ersten Viertelstunde die Überlebenschancen noch sehr gut sind, aber bereits nach 35 Minuten rund 70 Prozent nur noch tot geborgen werden können. Nach 130 Minuten sind es gar nur noch 3 Prozent. In einer Gruppe sollte der Erfahrenste die Organisation der Suche übernehmen und den übrigen Rettern die jeweilige Funktionen zuweisen. Als erstes gilt es sofort den Notruf zu tätigen, um die Rettungskräfte zu alarmieren. Die weiteren Helfer beginnen unverzüglich mit der Suche. Hier gilt es jedoch auf den Eigenschutz Bedacht zu nehmen und auf die Gefahr von Nachlawinen zu achten. Um die Suche nicht zu erschweren bzw. zu behindern, müssen alle Mitglieder ihr Lawinenverschüttetengerät auf Empfang umstellen. Wenn es gelungen ist, den betroffenen Partner beim Lawinenabgang zu beobachten, dann erfolgt die Suche als erstes an seinem Verschwindepunkt nach unten hin. Ansonsten beginnt die Suche im Auslauf der Lawine.


Welche Notfallausrüstung gehört in jeden Tourenrucksack?

Notfallausrüstung

Zur Grundausstattung gehören das Lawinenverschüttetengerät, eine Lawinensonde und eine Lawinenschaufel. Diese Ausrüstungsgegenstände müssen immer dabei sein. Zusätzlich wären ein Biwaksack und ein Erste-Hilfe-Set zu empfehlen. Zunehmend finden auch Lawinenairbags Verwendung, die eine Lawinenverschüttung verhindern können. Leider sind diese in der Anschaffung immer noch sehr teuer. Eine Alternative dazu sind die Lawinenbälle. Diese sind preiswerter und können das Auffinden des Verschütteten erheblich erleichtern.


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Dietmar Ortner

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